Navigationssystem
Galileo
- Alles über das neue Navigationssystem Galileo!


Galileo ist der Name des Satellitennavigationssytems der Europäischen Union. Es soll bereits Ende 2011 betriebsbereit sein und ist unabhängig vom derzeitigen GPS, dem technologisch älteren US-amerikanischen Globalen Positionsbestimmungssystems.

Das Galileo-Projekt wurde im Jahr 1999 ins Leben gerufen. Es ist eine gemeinsame Initiative der Europäischen Kommission und der Europäischen Weltraumorganisation. Das Programm basiert auf 27 Satelliten und 3 Ersatz Satelliten, die in einer Höhe von rund 24.000 km die Erde umkreisen. Ein Netz von Bodenstationen wird die Satelliten kontrollieren.

Der erste Testsatellit für das Galileo Programm, GIOVE-A1 (Galileo In-Orbit Validation Element) wurde am 28. Dezember 2005 vom Raumfahrtzentrum in Baikonur (Kasachstan) gestartet und nahm seinen Betrieb auf. GIOVE-B heißt der zweite, ebenfalls vom Kosmodrom Baikonur gestartete Testsatellit. Er wurde am 26. 04. 2008 in die Umlaufbahn gebracht und sendete am 07. 05. 2008 das erste Mal sein Signal.

Mit einem Taschenempfänger, der die Größe eines Handys hat, kann aus den Funksignalen der Satelliten die eigene Position mit einer Genauigkeit von wenigen Metern bestimmt werden. Galileo ist für zivile Zwecke konzipiert und unterliegt nicht, wie das US-amerikanische GPS und das russische GLONASS, einer nationalen militärischen Kontrolle. Das EU-Parlament verabschiedete im Juli 2008 eine Resolution wonach Galileo auch für die „Bedeutung des Weltraums für die Sicherheit Europas“ und für „Operationen im Rahmen der Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (ESVP)“ zur Verfügung stehen wird. Galileo war das erste satellitengestützte Positionsbestimmungs- und Navigationssystem das für zivile Zwecke ins Leben gerufen wurde.

Europäische Industrien im Bereich Hochtechnologie rechnen mit einem umfangreichen Wachstum und der Erschließung neuer Märkte durch das Galileoprojekt. Das europäische Satellitennavigationssystem steht vor einem Kurswechsel. Statt eines Industriekonsortiums soll die Europäische Weltraumagentur Esa den Aufbau und den Betrieb der 30 Positionssatelliten übernehmen und nach dem Willen der Deutschen aus Steuermitteln bezahlt werden. Die ersten großen Aufträge sind bereits an Firmen vergeben worden. „Thales Alenia Space“ (Italien) wird in Sachen Systemunterstützung tätig, mit den Startdienstleistungen wurde „Arianespatze“ (Frankreich) beauftragt, und  bei der deutschen „OHB System AG“ wurden die ersten 14 Satelliten bestellt.

Aber die Weltraumorganisation ESA wird die Entwicklung satellitengestützter Technologien und Dienstleistungen bis hin zur Förderung verschiedener europäischer High-Tech-Industrien übernehmen. Die 18 Mitgliedsstaaten der ESA sind: Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, die Schweiz, Spanien und Tschechien. Ungarn und Kanada werden an bestimmten Projekten mitarbeiten.

Einsatzgebiete für das neue Navigationssystem sind vor allem der Auto-, Flug- und Schiffsverkehr.  Es werden im All metergenaue Ortsbestimmungen für Verkehr oder Landwirtschaft ermöglichen. „Global Positioning System“ (GPS) ist ein vom US-Militär aufgebautes System, das seit 1993 voll funktionsfähig ist und könnte im Kriegsfall für zivile Nutzer gesperrt werden.

Voraussetzung für die Inbetriebnahme vom Navigationssystem Galileo ist dass es bei einer breitrandigen Störung des Galileo-Signals sichergestellt werden kann, dass es nicht gleichzeitig zu einer Störung des um rund Faktor 10 stärker bandgespreizten militärischen Signals von GPS kommt. Galileo werde nicht nur mit dem US-System GPS, sondern auch mit den Navigationssystemen Russlands und Chinas vernetzt.

Galileo wird genauer und zuverlässiger arbeiten und vor allem für die zivile Nutzung ausgelegt sein. Das System soll die Positionen auf der Erde bis auf wenige Zentimeter genau bestimmen können. Für eine genaue Ortsbestimmung ist der Empfang der Signale von mindestens drei Satelliten gleichzeitig nötig. Die europäische Raumfahrt wird für das Galileo-System 30 Satelliten ins All schießen, wovon 3 Reserven sind. Das GPS-System verfügt nur über 24 Satelliten.

Ein Streit zwischen den acht beteiligten Unternehmen bremst den Aufbau des Systems. Der Starttermin musste bereits von 2010 auf 2011 verschoben werden und könnte sich noch weiter verzögern. Unterdessen wird in den USA eine modernisierte GPS-Variante geplant. Wichtig für Europa und für die Welt wird es sein, dass unabhängig vom US-amerikanischen Monopol des (GPS), ein anderes,  zuverlässigeres Angebot besteht.

Seitens der EU-Kommission wird die Wichtigkeit des Prestigeprojekts Galileo immer betont. Die Kommission gibt dem günstigeren Angebot des deutschen Satellitenbauers OHB den Zuschlag für das Projekt, die sich damit gegen den wesentlich größeren Konkurrenten EADS durchgesetzt haben. Russische Raketen sollen das Navigationssystem ins All befördern.

GLONASS (Russisch: ГЛОНАСС) ist ein Radio-basiertes Satellitennavigationssystem, dass von der ehemaligen Sowjetunion, für die russische Regierung und der russischen „Space Forces“(Zweig der Streitkräfte der Russischen Föderation  die für militärische Operationen zuständig) entwickelt und betrieben wurde. Es ist eine Alternative und Ergänzung zu den USA Global Positioning System (GPS), dem chinesischen Compass-Navigationssystem und dem geplanten Galileo positioning System von der Europäischen Union.

Die Entwicklung von GLONASS begann 1976, mit dem Ziel der globalen Präsenz. zahlreiche Raketen starten Satelliten zum System bis 1995 das Projekt Beendet wurde. Danach zerfiel das System schnell mit dem Zusammenbruch der russischen Wirtschaft. Im Jahr 2001 beginnt Russland, das System wiederzuerstellen, und stellt 2009 gemeinsam mit der indischen Regierung als Partner,  die globale Präsenz wieder her.

China startet am 14. 04. 2007 einen Satelliten.  Er ist Teil seines Landes Compass Navigations Systems. Damit ist das Chinesische Compass-G2 Satellitennavigationssystem ist ins Leben gerufen. Die 3C-Trägerrakete am Xichang Satellite Launch Center in Sichuan Provinz in China startete am 15. April 2009.  Am 16. Januar 2010 brachte China einen weiteren Satelliten für das Navigationssystem Compass ins All. Compass steht wegen der Nutzung der gleichen Frequenzen in direkter Konkurrenz zu Galileo. Wer zuerst die Frequenzen belegt, darf sein Navigationssystem nutzen.

Wir hoffen Ihnen mit der Seite "Navigationssytem Galileo" ausreichende Informationen gegeben zu haben. Vielen Dank für Ihren Besuch auf www.Navigationssytem-Galileo.de!

 
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